23.01.2010
Leistung kann man nie genug haben. Gerade wenn man es mit einem Ford Mustang zu tun hat. Carroll Shelby gilt als der bekannteste Veredler des amerikanischen Urgesteins und präsentiert nun die Neuauflage einer Legende: Den Shelby GT 350.
Für den Kenner der Materie ist das „kleine“ scharfe Pony aus dem Shelby Stall schon immer das agilere gewesen. Bereits in den späten 60ern lief der 350er mit dem Small Block seinem stärkeren aber gut 200 kg schwereren Bruder GT 500 den Rang ab. Nicht nur in Laguna Seca oder Indianapolis war der nur gut 1300 kg schwere und 306 PS kräftige Mustang gefürchtet, auch auf der Straße gab es kaum einen Gegner. Die Neuauflage tritt also ein denkbar schweres Erbe an.
Gary Davis, der Vizepräsident von Shelby American spricht von einem „Meilenstein“ und einem echten „Performance Paket“, ohne aber konkrete Aussagen über die Motorleistung zu machen. Der Kompressor wird den brandneuen 5l V8 auf mindestens 500 PS bringen, informierte Quellen sprechen gar von 550 PS die aus der mittig platzierten Auspuffanlage röhren sollen. Geschaltet wird entweder nach alter Väter Sitte mit einer knochigen 6-Gang H-Schaltung oder der Held hinterm Lenkrad überlässt die Gangarbeit einer 6-Gang Automatik mit Wandler.
Erstmals in einem Mustang kommt beim GT 350 eine Bremsanlage mit 6-Kolben an der Vorderachse zum Einsatz. Das Fahrwerk präsentiert sich kompromisslos rennsportorientiert. Sturz und Nachlauf lassen sich je nach Streckencharakteristik anpassen. Für die notwendige Haftung sorgen superweiche Goodyearpneus die auf 19 Zoll Rädern montiert sind. Die vorgestellte Studie auf den Bildern ist allerdings mit 20 Zöllern bekleidet.
Bei der Farbgebung haben sich die Designer am klassischen Vorbild orientiert. Mit der gewaltigen Hutze auf der Motorhaube und dem grimmigen Gesicht zollt der Enkel des alten Klassikers allerdings dem Zeitgeist Rechnung. Auch das ausladende Heck mit den kräftigen Heckleuchten ist nicht unbedingt ein Fall für Freunde des Understatements. Das fehlende Seitenfenster an der C-Säule verleiht der Seitenansicht des Mustang mehr Ausdruck. Im Innenraum informieren den Fahrer zusätzliche Armaturen über die Befindlichkeit von Motor und Getriebe. Vor und hinter dem Schalthebel gibt der GT 350 mittels Plaketten unübersehbar seine Authentizität preis.
Erstmals in einem Mustang kommt beim GT 350 eine Bremsanlage mit 6-Kolben an der Vorderachse zum Einsatz
Was kostet der Spaß? 33.000 $ ohne Steuern zzgl. einem fertigen Mustang GT. Ein echter Big Mac also, der mit insgesamt gut 63.000 $ um einiges teurer kommt als der nicht gerade schwächliche GT 500. Autos-pur sieht allerdings gute Chancen für eine Wiederholung der Geschichte. Der GT 500 ist mit seinem schwergewichtigen, hoch liegenden Grauguss-V8 ein eher kopflastiges Pferd. Der neue GT 350 bringt dank besserer Bremsen und optimierter Gewichtsverteilung dynamischere Anlagen für eine erfolgreiche Karriere im Clubsportbereich mit. Diesem Hengst werden wohl auch die Corvette und Camaro Piloten wieder Respekt zollen.